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13.12.2019 - Morgen feiert der Klimastreik Schweiz sein einjähriges Jubiläum. Die Bewegung hat im letzten Jahr grossflächig zu mobilisieren und zu polarisieren vermocht und konnte dabei vor allem einen grossen Erfolg verzeichnen: Das Klima wurde zum wichtigsten Thema der öffentlichen Debatte. Konkrete politische Massnahmen bleiben aber nach wie vor aus, die Klimastreikbewegung macht also weiter!


Rückblick auf ein bewegtes Jahr
Morgen Abend feiert der Klimastreik Schweiz in Zürich seine Jubiläumsparty. Vor genau einem Jahr, am 14. Dezember 2018, hat in Zürich der erste Schweizer Klimastreik stattgefunden. Mehrere hundert Schüler*innen sind einem über Whatsapp-Chats verbreiteten Aufruf gefolgt und auf die Strasse gegangen. Sie haben erkannt, dass ihre Zukunft auf dem Spiel steht: Die sich zunehmend verschärfende Klimakrise bedroht die Lebensgrundlagen von uns allen, doch aufgrund persönlicher Interessen verschliessen Machtträger*innen die Augen und ergreifen kaum Massnahmen, um das Problem zu lösen. Es sollte nicht Aufgabe der Schüler*innen sein, die Klimakrise zu lösen. Doch durch die Untätigkeit von Politik und Wirtschaft ist die zukünftige Generation gezwungen zu handeln. Durch die Proteste sollten Gesellschaft und Politik wachgerüttelt werden.

Seit Dezember 2018 fanden neben kleineren lokalen Aktionen fast monatlich schweizweite oder globale Streiks und Demonstrationen statt. Im Hintergrund hat sich die Bewegung formiert, strukturiert und weiterentwickelt. An mittlerweile fünf nationalen Treffen haben sich die Aktivist*innen auf ihre grundlegenden Forderungen geeinigt:
  1. Wir fordern, dass die Schweiz den nationalen Klimanotstand ausruft.
  2. Wir fordern, dass die Schweiz bis 2030 im Inland netto 0 Treibhausgasemissionen ohne Einplanung von Kompensationstechnologien verursacht. Die netto Treibhausgasemissionen müssen zwischen 1.1.2020 und 1.1.2024 um mindestens 13% pro Jahr sinken, und danach um mindestens 8% pro Jahr sinken bis 1.1.2030. Alle Anteile verstehen sich relativ zu den Emissionen von 2018.
  3. Wir fordern Klimagerechtigkeit.
Falls diese Forderungen im bestehenden System nicht umgesetzt werden können, braucht es einen Systemwandel. 

Der Klimastreikbewegung hat im vergangenen Jahr zu mobilisieren vermocht wie zuvor  kaum eine andere Bewegung  in der Schweiz. An der “Klimademo des Wandels”, einer zentralen Klimademo am 28. September 2019 in Bern, haben knapp 100 000 Menschen teilgenommen. 

Erfolge und Enttäuschungen
Die Bewegung hat das Jahr 2019 in der Schweiz geprägt wie kein anderes Thema. Das Klima rückte in der Fokus der öffentlichen Debatte und sowohl Medien wie auch Politik waren gezwungen, Stellung zu nehmen. Die grosse Aufmerksamkeit, die der Bewegung zuteil wurde, ist wohl ihr grösster Erfolg. Dazu kommen einige politische Errungenschaften; etwa haben zahlreiche Städte den Klimanotstand ausgerufen. Aber wirkungsvolle Klimaschutzmassnahmen auf nationaler Ebene lassen auf sich warten. 

“Der Zeitpunkt der Klimastreikbewegung ist kein Zufall. Wenn wir über Klimapolitik sprechen, sprechen wir auch über Zeit. Es bleiben uns zehn Jahre, unseren Treibhausgasausstoss drastisch zu senken und so ist es dringend nötig, jetzt Druck auf die Politik auszuüben.” - Saskia Rebsamen, Schülerin

Noch lange nicht am Ziel
Für die Klimaaktivist*innen ist klar: Solange ihre Forderungen nicht erreicht sind, bleiben sie dran. Noch ist die Politik weit davon entfernt, Massnahmen umzusetzen, die zu Netto Null Treibhausgasen bis 2030 führen würde. Dabei gibt es viele Bereiche, wo angesetzt werden könnte, zum Beispiel beim Schweizer Finanzplatz. Der Klimastreik hat diesbezüglich Forderungen an die Politik und an die Finanzinstitute erarbeitet: Finanzflüsse sollen transparent und klimafreundlich werden, dazu braucht es auch Regulierungen, um so grosse Mengen an CO2 einzusparen und weitere Umweltschäden zu verhindern.

Am kommenden Montag, am 16. Dezember, werden um 14:00 auf dem Bundesplatz 253 Briefe an den Bundesrat und Vertreter*innen des Parlamentes übergeben. Wenn Sie bei dieser Aktion dabei sein möchten, dürfen Sie uns gerne kontaktieren. 

“Der Fussabdruck des Schweizer Finanzplatzes übersteigt den der Schweizer Bevölkerung ums 22-Fache und hat somit ein riesiges Potential, CO2 einzusparen. Hinter den Forderungen, welche wir den Finanzinstituten und der Regierung übergeben, stehen mehr als
11 000 Menschen, die über die Plattform wecollect unsere Petition unterschrieben haben. Die Finanzbranche kann die Klimakrise nicht alleine lösen, es liegt an der Politik entsprechende Rahmenbedingungen festzulegen.”
- Stephanie Wyss, Studentin

Auch nächstes Jahr geht es weiter: Am 15. Mai 2020 findet der Strike for Future statt, das bisher wichtigste und grösste Projekt der Klimastreikbewegung. Menschen aus allen Bevölkerungsschichten sollen sich beteiligen an diesem nationalen Aktionstag, ähnlich dem Frauenstreik. So soll ein zusätzliches starkes Zeichen gesetzt und der Druck nochmals erhöht werden. Bereits jetzt ist die Zusammenarbeit mit anderen Akteuren und der Aufbau von Lokalgruppen in vollem Gang. 

Termine
14. Dezember 2019
Jubiläumsparty in Zürich

 
16. Dezember 2019
Übergabe der Forderungen bezüglich strengeren Regulierungen der Finanzinstitute an die Regierung
 
22. Februar 2020
April 2020
Essen ist politsch! - Demo in Bern
 
Publikation Klimaaktionsplan
15. Mai 2020
Strike for Future
 
   
 

Weiterführende Informationen

Kurzbeschrieb der Bewegung

Die Klimastreikbewegung Schweiz ist eine dezentrale Bewegung. Sie ist basisdemokratisch organisiert, das heisst, Entscheidungen, welche für die übergreifende Identität der Bewegung von Bedeutung sind, müssen im Konsens getroffen werden und Hierarchien möglichst verhindert werden. Die Klimastreikbewegung ist weder an eine Partei, noch an eine Organisation gebunden.
 
Falls diese Forderungen im bestehenden System nicht umgesetzt werden können, braucht es einen Systemwandel.

Für Anfragen zu dieser Aktion

Für nationale Anfragen
medien@climatestrike.ch
052 770 12 24

22/02/20 - Demo in Bern - Dominik Waser, +41 79 313 98 02, 

16.12- Aktion Finanzplatz- Stephany Wyss , +41 79 928 5844

Website: climatestrike.ch
 






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