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NEWSLETTER 4/2019

26. September 2019

DIE MENSCHEN HINTER DEN «DOPPELTÜREN» - TEIL 3


Wenn wir heute wieder eine «Doppeltüre» öffnen, dann ist es die letzte in diesem jüdischen Jahr. Am Sonntagabend beginnt das Neujahrsfest Rosch Haschana. Die Jüdinnen und Juden weltweit so natürlich auch im Surbtal feiern den Anbruch des jüdischen Jahres 5780. In diesen Tagen stimmt man sich nicht nur auf ein neues Jahr ein, sondern lässt auch Revue passieren. Heute haben wir Esther Girsberger eingeladen, uns an ihren Erinnerungen ans Surbtal, die eng mit ihrer Grossmutter verbunden sind, teilhaben zu lassen.

Esther Girsberger ist eine erfolgreiche Schweizer Unternehmerin und Vizepräsidentin des Vereins «Doppeltür».

DAS «UNVERMEIDLICHE»

Als ich gefragt wurde, ob ich mich beim Verein «Doppeltür» engagieren würde, musste ich nicht lange überlegen. Meine Grossmutter, die mich bis zu ihrem Tode im Jahre 2000 stark prägte, war zeitlebens eine passionierte Aargauerin. Das zeigt sich nur schon darin, dass sie ihren bei der Heirat verlorenen Heimatort Baden am Tag nach der Annahme des neuen Eherechts im Jahre 1984 wieder zurückholte. Sie war damals 82 Jahre alt!

Obwohl Rita Littman-Guggenheim über 50 Jahre lang in Zürich gewohnt hatte, blieb sie dem Surbtal immer eng verbunden. Sie wuchs in Baden im gelben Haus am ältesten Bahnhof der Schweiz auf, war aber sehr lange Jahre Präsidentin des Altersheims Lengnau (heute «Margoa»). Ihre Vorfahren stammten teilweise aus Lengnau. Ich erinnere mich gut daran, dass sie immer wieder voller Stolz erwähnte, wie sie an Shabbes (obwohl nicht sehr religiös erzogen) gelegentlich zu Fuss von Baden nach Lengnau marschierte (immerhin sechseinhalb Kilometer!).

Während ihrer Präsidialzeit begleitete ich sie ab und zu nach Lengnau ins Altersheim (dann natürlich per Auto…) und war beeindruckt, mit welchem Respekt man ihr begegnete. Regelmässig genossen wir auch die Bäder in Baden (deshalb bin ich auch sehr froh, dass diese Bäder wieder entstehen), mit anschliessendem Abstecher ins Café Himmel (deshalb bin ich auch sehr froh, dass dieses weiterlebt) und danach selbstredend nach Lengnau ins Altersheim (deshalb bin ich auch sehr froh, dass dieses noch besteht).

Es ist aber nicht nur die Verbundenheit mit der Region, die mich beim Verein «Doppeltür» mitmachen lässt. Es ist auch der Gedanke dahinter, die friedliche Koexistenz zwischen Christen und Juden zu pflegen und zu fördern. Meine Mutter war die erste Person aus der Familie, die einen «Goj» (also einen Nichtjuden) heiratete. Mein Grossvater mütterlicherseits liebte seinen christlichen Schwiegersohn sehr. Er sprach immer vom «Unvermeidlichen», was er angesichts seiner grossen Zuneigung zu meinem Vater durchaus positiv meinte. Ich wiederum habe einen Katholiken geheiratet, den meine Eltern, insbesondere meine jüdische Mutter, sehr schätzen.

Es gibt also viele Gründe, sich für den Verein «Doppeltür» einzusetzen!
 

SHANA TOVA!

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