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Newsletter 13

vom 12. April 2021

Neuigkeiten aus dem Verein

Wie Sie sehen, präsentiert sich rechtzeitig zum Frühlingsanfang auch der Verein Doppeltür im neuen Kleid. Das neue Doppeltür-Logo symbolisiert die Annährung verschiedener Kulturen als Schnittmenge. Damit wird unsere Zielsetzung visuell auf den Punkt gebracht: Einblicke in die aussergewöhnliche Geschichte des jüdisch-christlichen Zusammenlebens im Surbtal ermöglichen und gleichzeitig Anknüpfungspunkte zu aktuellen Gesellschaftsthemen wie Respekt, Migration und Verbindung von Menschen unterschiedlicher religiöser sowie kultureller Herkunft bieten. Unsere Website haben wir ebenfalls überarbeitet und dem neuen Design angepasst. Dies ist ein Zwischenschritt auf dem Weg zu einer Website, die auch den zukünftigen Anforderungen vor allem im Hinblick auf das geplante Begegnungszentrum Rechnung tragen kann. Ein Blick auf www.doppeltuer.ch lohnt sich schon jetzt.
Weniger augenfällig, aber nicht minder wichtig sind die Fortschritte, die beim Fundraising erzielt wurden. Nach den bereits kommunizierten 4.65 Millionen Franken des Kantons Aargau aus dem Swisslos-Fonds und den 750'000 Franken der Neuen Aargauer Bank (NAB) in Form eines Hypothekardarlehens haben verschiedene Stiftungen und Organisationen dem Verein Doppeltür bis jetzt Geldbeträge in der Höhe von rund 3 Millionen Franken gesprochen - vor kurzem zum Beispiel auch die Ernst Göhner Stiftung. An dieser Stelle bedanken wir uns bei allen, die uns finanziell weiterhelfen, ganz herzlich. Damit die bis 2024 budgetierten 11.2 Millionen Franken (inkl. 1 Million Franken Reserve) erreicht werden können, ist der Verein weiterhin auf die breite Unterstützung der Öffentlichkeit mittels Fundraising angewiesen. Hier können auch Sie mitmachen, die entsprechenden Informationen finden Sie auf unserer Website.

Projekt-Neuigkeiten

Derzeit läuft ein Wettbewerb mit vier auf räumliche Gestaltung und Szenografie spezialisierten Firmen. Ende April wird entschieden, mit welchem Konzept und Unternehmen die Ideen und Inhalte des Begegnungszentrums visuell umgesetzt werden. Anschliessend beginnen die ersten Umsetzungsarbeiten.
Seit Anfang dieses Jahres ist die Arbeitsgruppe Schulen aktiv. Nach Erstellung eines entsprechenden Konzepts werden in Kooperation mit pädagogischen Hochschulen und in Absprache mit dem Historischen Museum Baden Programmideen und Unterrichtsmaterial erarbeitet. Das Angebot soll sich am Lehrplan 21 orientieren. Aktuell wird bei Lehrpersonen und Schulleitungen eine Umfrage durchgeführt, um deren konkreten Bedürfnisse zu kennen. Die Auseinandersetzung mit den Doppeltür-Grundgedanken soll für Schulen und akademische Forschung attraktiv sein.
Betreffend Infrastruktur sind wir in verschiedenen Bereichen aktiv. So laufen derzeit Beratungen und Abklärungen mit Behörden und Denkmalschutz, damit möglichst bald die Baueingabe für den Umbau des Lengnauer Doppeltürhauses ins neue Begegnungszentrum erfolgen kann. Wenn alles planmässig läuft, wird das Zentrum 2023 seine Türen für das Publikum öffnen. Dem Gemeinderat Lengnau wurde zudem ein Mobilitätskonzept vorgestellt, welches darauf abzielt, den Bedürfnissen der Bevölkerung und der Umwelt sowie des Besucherzentrums angemessen Rechnung zu tragen.

Menschen hinter den Doppeltüren

Heute mit Alex Hürzeler, Regierungsrat Kanton Aargau

Wie bereits im letzten Newsletter erwähnt, beschloss der Regierungsrat des Kantons Aargau, den Verein Doppeltür mit insgesamt 4.65 Millionen Franken zu Lasten des Swisslos-Fonds zu unterstützen. 4 Millionen Franken sind für die Realisierung des Begegnungszentrums vorgesehen und werden bis 2024 in drei Tranchen ausbezahlt.
650'000 Franken werden einmalig für den Aufbau der Vermittlungsarbeit bezahlt. Zusammen mit den Mitteln aus dem laufenden Fundraising ist diese Unterstützung durch den Kanton ein zentraler Baustein bei der Realisierung des Begegnungszentrums, das 2023 eröffnet werden soll.
Doppeltür (DT): Mit grosser Freude haben wir kurz vor Weihnachten vom Beschluss des Aargauer Regierungsrates erfahren – herzlichen Dank! Als Vorsteher des Departementes Bildung, Kultur und Sport fällt dieses Projekt in Ihren Verantwortungsbereich. Welche Gründe gaben den Ausschlag für den positiven Finanzierungsentscheid?

Alex Hürzeler (AH): "Die jüdisch-christliche Geschichte des aargauischen Surbtals ist zwar bekannt, jedoch für viele Interessierte bis anhin noch nicht angemessen zugänglich. Das Begegnungszentrum in einem historischen Doppeltürhaus bietet einen authentischen Anknüpfungspunkt an die bewegte Vergangenheit und öffnet damit sprichwörtlich einem breiten Publikum die Tür zu einem wichtigen Kapitel in der Aargauer Geschichte. Die angesprochenen Themen können ausserdem ebenso zur Diskussion von wichtigen gesellschaftlichen Fragen der Gegenwart anregen und damit neue gesellschaftliche Relevanz erlangen. All das hat den Regierungsrat davon überzeugt, das Projekt mit einem namhaften Beitrag aus dem Swisslos-Fonds zu unterstützen."

DT: Welche Erwartungen, die über die Einhaltung der formalen Auflagen hinausgehen, verbindet der Kanton mit dem Projekt?

AH: "Das Vermittlungsprojekt Doppeltür fügt sich ein in den 2009 eröffneten Jüdischen Kulturweg, welcher Teil des immateriellen Kulturerbes der Schweiz und auf der UNESCO-Liste der Lebendigen Traditionen eingetragen ist. Zudem sieht sich das Projekt als Ergänzung zum Jüdischen Museum in Basel und zu den Jüdischen Museen und Einrichtungen im nahen Deutschland und Frankreich. Der Kanton Aargau positioniert sich dadurch in der europäischen jüdischen Geschichte und trägt dazu bei, die Geschichte der Juden in der Schweiz bekannter zu machen. Das ist eine wichtige Aufgabe." 

DT: Welchen persönlichen Bezug haben Sie zum Verein Doppeltür?

AH: "Mit den Vereinsverantwortlichen stehe ich seit rund zehn Jahren in einem freundschaftlichen und guten Austausch und freue mich, dass das Projekt immer mehr voranschreitet. Die wirklich einzigartige Geschichte im Aargauer Surbtal empfinde ich persönlich als sehr bereichernd."

DT: Welche Wirkung wünschen Sie sich vom Begegnungszentrum?

AH: "Das Begegnungszentrum soll Treff- und Ausgangspunkt für die Vermittlung der jüdisch-christlichen Geschichte des Surbtals werden. Bisher konnte diese Thematik noch nicht die Strahlkraft entfalten, welche sie potentiell bieten könnte. Grund dafür ist unter anderem sicherlich, dass bisher eine zentrale Anlaufstelle fehlte. Diese Rolle kann nun das neue Begegnungszentrum übernehmen."

DT: Was ist für Sie beim Zusammenleben verschiedener Kulturen, Ethnien und Religionen von zentraler Bedeutung? Wo sehen Sie die Chancen und Herausforderungen?

AH: "Wichtig sind mir die gegenseitige Toleranz, die Rücksichtnahme und der Respekt der Menschen untereinander, unabhängig ihrer jeweiligen Herkunft oder ihrer Religionszugehörigkeit. Auch bei uns in der Schweiz entstehen aufgrund des Zusammenlebens von Menschen verschiedener Kulturen, Ethnien und Religionen Diskussionen von innenpolitischer Dimension. Das sind Herausforderungen, die wir gemeinsam angehen müssen. Die Schweiz ist eine Willensnation, die darauf aufbaut, dass ihre an Sprachen, Kulturen und Religionen heterogene Bevölkerung nach einem gemeinsamen Nenner an Werten und Prinzipien lebt, welche in der Bundesverfassung festgehalten sind. 
Für mich ist der christlich-jüdische Dialog, den das Vermittlungsprojekt Doppeltür verkörpert und umsetzt, ein wichtiges Zeichen und eine Chance, das in der Schweiz einzigartige historische und architektonische Erbe der christlich-jüdischen Vergangenheit sichtbar zu machen und sich mit ihm auseinanderzusetzen."

Hinweise

  • Am 14. April 2021 um 18.15 Uhr wird auf SRF 1 in "Mini Schwiiz, dini Schwiiz" eine Folge über Lengnau ausgestrahlt. Dabei wird u.a. das jüdische kulturelle Erbe thematisiert. 
     
  • Die Generalversammlung des Vereins Doppeltür findet am Dienstag, den 22. Juni 2021, um 10:30 Uhr im Doppeltürhaus in Lengnau statt.
     
  • In der NZZ Geschichte (Nr. 31 Dezember 2020), Weltwoche (Nr. 7.21) und im Gemeindeblatt Surbtaler (März 2021) wurden Berichte zur von Jacques Picard und Angela Bhend herausgegebenen Publikation «Jüdischer Kulturraum Aargau» veröffentlicht. Darin kommt auch die Surbtaler Geschichte des jüdisch-christlichen Zusammenlebens zur Sprache.
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