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NEWSLETTER 12

23. Dezember 2020

DER PRÄSIDENT HAT DAS WORT

Sehr geehrte Damen und Herren

Ich freue mich, Ihnen zum Jahresende von grossartigen Neuigkeiten zu berichten. Kurz vor Weihnachten hat uns die sehr erfreuliche Nachricht des Regierungsrats des Kantons Aargau erreicht. Das Projekt Doppeltür erhält aus dem Swisslos-Fonds 4.65 Millionen Franken zugesprochen. 4 Millionen Franken dienen dem Projekt direkt und 650‘000 Franken werden für den Betrieb verwendet, verteilt auf fünf Jahre. Der Entscheid des Kantons zeigt die Bedeutung von Doppeltür und unterstreicht das Vertrauen der Kantonsregierung in das Projekt und dessen Erfolg.
          Zwei wegweisende Vorprojekte bilden die Grundlage des regierungsrätlichen Entscheides. Das architektonische Vorprojekt wie auch das Vorprojekt Inhalt und Konzeption wurden von ausgewiesenen Fachpersonen im Dialog mit den Verantwortlichen von Doppeltür entwickelt. Sie geben die Richtung vor. Auf der Basis dieser Vorprojekte gilt es, in den nächsten Monaten viele Details zu klären und daraus ein umsetzungsfähiges Projekt zu gestalten.
          Daneben sind viele weitere Aktivitäten zur Entwicklung des Projekts Doppeltür im Tun. Unter anderem dürfen wir Ihnen bald das neue Erscheinungsbild präsentieren. Seien Sie gespannt, ein fantastisches Logo erwartet Sie. Nutzen Sie die Feiertage, um in Ruhe den letzten Doppeltür-Newsletter dieses Jahres zu lesen. Sie finden darin wie immer Interessantes und Bemerkenswertes rund um Doppeltür und die jüdisch-christliche Geschichte im Surbtal.
          Zum Schluss bleibt mir zu danken. In einem nicht einfachen Jahr haben alle am Projekt Doppeltür mitwirkenden Personen ausserordentliche Leistungen und Ergebnisse erzielt. Der Projektleitung, der Leiterin der Geschäftsstelle, dem Vorstand, den Mitgliedern des Patronatskomitées, den Projektgruppenmitgliedern, den Fachpersonen und dem Regierungsrat des Kantons Aargaus gilt mein herzliches Dankeschön. Wir sind aber auch dankbar für den Support, den wir stetig von vielen Seiten bekommen haben. Sie alle haben zum Erfolg mitgetragen. Das Projekt ist auf gutem Wege, aber bei weitem noch nicht am Ziel.

Wir wünschen Ihnen und Ihren Familien frohe Festtage und einen guten Rutsch ins neue Jahr 2021!

Lukas Keller
Präsident Verein Doppeltür

DIE MENSCHEN HINTER DEN «DOPPELTÜREN»

HEUTE MIT ANGELA BHEND

«Anke» oder «Butter»?

Es war 1992, als ich das erste Mal mit dem Surbtal in Berührung kam. Damals war ich Keyboarderin einer Jugendband, die am Lengnauer Openair «Rock gegen Hass» im Vorprogramm auftreten durfte. Das 1991 von Sidney Weill initiierte Musikfestival erlebte just in diesem Jahr seinen Durchbruch. Natürlich nicht wegen dem Geklimper und Geschrumme von mir und meiner Bandkollegen, sondern wegen dem Headliner, der kein Geringerer als Sir Bob Geldof himself war!
         Sowohl die Musik als auch Kunst und Kultur haben mich seit jeher fasziniert und inspiriert. Und vielleicht war es gar nicht mal so zufällig, dass ich rund zwanzig Jahre später an diesen Ort des Geschehens zurückgekehrt bin. Dann aber als Doktorandin, wo ich auf einer Führung von Roy Oppenheim die spannende jüdisch-christliche Geschichte von Endingen und Lengnau vermittelt bekam. Zwischen Bob Geldof und Roy Oppenheim aber liegen ereignisreiche Jahre.
          Zunächst bin ich Lehrerin für Textiles Werken geworden, danach entschloss ich mich für ein Studium der Kunstgeschichte und der Geschichte an der Universität Basel. Die erneute Connection zum Schauplatz Surbtal wurde vorerst literarisch hergestellt, war es doch Charles Lewinskys fulminantes Familienepos «Melnitz», das mich auf wundersame Weise zu meiner Lizentiatsarbeit inspiriert hat – und dies auch noch folgenschwer: Ich entdeckte die damals noch weitgehend unbekannte Geschichte der jüdischen Warenhausgründer in der Schweiz, die ich dann in meiner Dissertation erforschen durfte. Ich war derart begeistert von diesem Thema, dass ich gar nach New York flog, um die Grabesstätte einer unserer ersten und dorthin ausgewanderten Schweizer Warenhauspioniere auszukundschaften.
          Zu jener Zeit lernte ich auch meinen Doktorvater Professor Dr. Jacques Picard kennen. Ihm verdanke ich nicht nur eine mehrjährige Anstellung als wissenschaftliche Mitarbeiterin am Kulturanthropologischen Seminar in Basel, er war es auch, der mich zur Projektmanagerin und Mitherausgeberin der kürzlich erschienenen Publikation «Jüdischer Kulturraum Aargau» berufen hat. Zusammen mit ihm stiess ich dann auch zum Projekt Doppeltür und wurde Mitglied in deren Projektentwicklungsgruppe. Im Rahmen dieser Tätigkeit erarbeitete ich in diesem Jahr, zusammen mit dem Szenographen Beat Stalder und dem Kurator Andreas Schwab, ein Grobkonzept zur Ausstellung des Vermittlungsprojektes Doppeltür. Eine kreative Aufgabe, die mir aufgrund meiner Interessen und Neigungen grosse Freude und spannende Monate bereitet hat.
          Trotz akademischem Werdegang ist mir der musische Anteil in meinem Leben bis heute stets ein Ankerpunkt geblieben. Dasselbe gilt übrigens auch für den Aargau, bin ich doch in Wettingen – in der Klinik «Sonnenblick» – zur Welt gekommen. Bereits meine Eltern sind in dieser Gemeinde sowohl geboren als auch aufgewachsen. In ihren jungen Jahren lebten diese dann für sieben Jahre in London. Kurz vor meiner Geburt aber kehrten sie in den Aargau zurück und liessen sich vorerst in Mellingen und danach in Niederrohrdorf nieder, wo ich meine Kindheit und Jugend verbrachte. Später zog es mich aufgrund meiner Heirat in jene Ecke des Kantons, in der man vom «Anke» oder vom «Härdöpfu» spricht (für mein Verständnis eines echten Aargauer Dialektes gilt bis heute: «Butter» und «Hördöpfel»!).
          Ob nun Warenhäuser, Doppeltüren oder der Aargau: Nicht nur die Projekte, sondern auch die vielen interessanten Menschen, die ich dadurch kennen lernen durfte, waren und sind eine Bereicherung in meinem Leben. Ich bin dankbar!

NEUERSCHEINUNG

«JÜDISCHER KULTURRAUM AARGAU»

Im Oktober ist die Publikation «Jüdischer Kulturraum Aargau», herausgegeben von Prof. em. Dr. Jacques Picard und Dr. des. Angela Bhend erschienen. Das im Verlag Hier und Jetzt erschienene und über 500 Seiten starke Buch schliesst eine Lücke, die lange leer geblieben ist.
           Rund fünfzig Autorinnen und Autoren haben im grossen Sammelband Geschichte und Geschichten zusammengetragen – vom jüdischen Fingerring von Kaiseraugst bis zum Rezept für Hutzelweggen für Chanukka. Sie bringen uns einen Aargau näher, der nicht nur ein begrenztes geografisches Gebiet ist. In der Einleitung wird der Aargau als ein Kulturraum beschrieben, der über sich hinaus in die Welt weise: «von Lengnau bis Baden und Zürich, von Endingen bis Bremgarten und Bern, vom Surbtal bis nach Aarau, Tel Aviv oder New York».
            Auch für das Projekt Doppeltür ist das Buch von grosser Bedeutung. Nicht nur haben sich zahlreiche mit Doppeltür verbundene Menschen mit ihren Texten an der Publikation beteiligt. In einem Beitrag von Roy Oppenheim wird zudem die Entstehungsgeschichte des jüdischen Kulturweges und des Projekts Doppeltür ausführlich nachgezeichnet und auf die besondere Bedeutung des jüdischen Kulturerbes im Surbtal eingegangen.

AUS DEM VEREIN

NEUE LEITERIN DER GESCHÄFTSSTELLE

Wir freuen uns, dass ab dem 1. Januar 2021 Seraina Conrad die Leitung der Geschäftsstelle des Vereins Doppeltür übernimmt. Damit löst sie Valérie Arato Salzer ab, die diese Aufgabe während den letzten zwei Jahren ausgefüllt hat. Es ist der grosszügigen finanziellen Unterstützung des Schweizerischen Israelitischen Gemeindebunds (SIG), wo Valérie Arato Salzer die Leitung des Kulturbereichs innehat, zu verdanken, dass wir eine professionelle Geschäftsstelle einsetzen und aufbauen konnten. Dieses grossartige Sponsoring des SIG läuft nun per Ende 2020 aus und wir müssen uns von Valérie Arato Salzer verabschieden.
              Gleichzeitig heissen wir unsere neue Geschäftsstellenleiterin Seraina Conrad herzlich willkommen! Aus Wettingen stammend und in Endingen wohnhaft, ist Seraina Conrad seit je her mit dem Surbtal verbunden. Die verheiratete Mutter von zwei Kindern im Teenageralter (und einem Hund, dessen Alter nicht bekannt ist) ist eine ausgewiesene Kommunikationsfachfrau. Nach dem Studium der englischen und französischen Sprache und der Publizistik arbeitete sie als Journalistin und in der Unternehmenskommunikation. Seit 2002 ist sie mit ihrer Firma PR-Box GmbH selbständig unterwegs. Ihr Herz schlägt für die Musik (Cello, Sax) und den Sport (Tennis, Jogging, Wandern).

Möchten Sie Seraina Conrad kontaktieren? Dann schreiben Sie eine E-Mail an seraina.conrad@doppeltuer.ch (ab 1.1.2021).

Der Verein Doppeltür wünscht Ihnen frohe Festtage und ein gesundes und glückliches neues Jahr!

Sidler Architekten, Baden
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