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Unser Newsletter vom Mai 2022
Liebe Freund*innen,

"es gibt nichts Mächtigeres als das Gefühl, dass man seine Probleme und sein Schicksal selbst in der Hand hat und dass man etwas dagegen tun kann", sagte uns die libysche Aktivistin und Wissenschaftlerin Asma Khalifa in einem Interview 2021.

Dieses Gefühl trägt unsere Partnerinnen in der Ukraine, die gerade in den widrigsten Bedingungen des Krieges ihre großartige Arbeit fortsetzen - so wie auch alle unsere Partnerinnen aus Bosnien-Herzegowina, Libyen, Syrien und dem Libanon. Als Aktivistinnen zeigen sie, was Empowerment heißt. Sie setzen sich dafür ein, dass alle Frauen ein gewaltfreies und selbstbestimmtes Leben führen können, und tragen erheblich dazu bei, die Gesellschaft gerechter und friedlicher zu gestalten.
 
"There is nothing more powerful than feeling that you own your issues,you own your destiny and that you can do something about it."
Asma Khalifa, in einem Interview mit AMICA, 2021
Was bedeutet feministische Arbeit in Kriegs- und Krisengebieten? Wie kann feministischer Aktivismus zur Friedensbildung und Stabilität beitragen? Welche Rolle haben Frauen zu spielen? Diese Fragen werden wir in unserer nächsten Online Veranstaltung am Donnerstag, dem 19. Mai mit Asma Khalifa diskutieren, am Beispiel Libyen. Alle Informationen dazu findet ihr hier - ihr seid herzlich eingeladen, wir freuen uns auf den Austausch!

Solidarische Grüße
Euer AMICA-Team
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UKRAINE

Wie geht die Arbeit weiter?

Die Ukraine befindet sich nach wie vor in einem Ausnahmezustand. In dem Chaos des Krieges und der Flucht mussten sich unsere Partnerinnen neu organisieren und ihren Arbeitsalltag neu gestalten. Nun befinden sie sich an verschiedenen Standorten in der Ukraine und in Polen, sie sind immer unterwegs zwischen Dniepro, Iwano-Frankiwsk und den Orten, an denen ihre Klientinnen leben. Aber sie wissen ganz genau, was zu tun ist und wie sie die Frauen, am besten unterstützen können.
Freude und Erleichterung nach einer gelungenen Evakuierung.
Der Aufbau der zwei neuen Beratungszentren in Dniepro und Iwano-Frankiwsk geht voran. Unsere Partnerinnen haben bereits Räume gefunden. In Iwano-Frankiwsk wird zusätzlich eine Notunterkunft für Frauen, die sich in einer besonders schwierigen Lage befinden, eingerichtet. Vor Ort bieten Psycholog*innen und Sozialarbeiter*innen ihre Hilfe an.

Unsere Partnerinnen haben auch wieder mit Multiplikator*innenschulungen für Polizei, medizinisches Personal und Kommunalverwaltung begonnen. In diesen Schulungen geht es darum, Beamt*innen und medizinische Fachkräfte, die in Kontakt mit gewaltbetroffenen Frauen sind, aufzuklären und einen traumasensiblen Umgang beizubringen. Diese Frage ist umso wichtiger, da immer mehr Berichte über sexualisierte Kriegsgewalt bekannt werden. Auch unsere Partnerinnen sind tagtäglich damit konfrontiert. Bisher haben sie schon 16 Fälle bei der Polizei registriert - die Dunkelziffer liegt aber viel höher, da die meisten Frauen sich nicht trauen oder nicht in der Verfassung sind, offziell auszusagen.

Parallel gehen die Evakuierungen weiter: jede Woche werden ca. 30 Frauen aus Mariupol und Umgebung evakuiert und in Sicherheit gebracht.
 
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UKRAINE

"Die Hoffnung habe ich nicht verloren"

"Ich lebe heute zwischen Städten und sogar Ländern. Neulich wurde ich gefragt, wo ich zu Hause sei, und ich antwortete: Mein Zuhause ist da, wo mein Handy ist.

Öfter wurde mir gesagt, dass mein Leben "zurückgesetzt" wurde. Das empfinde ich nicht so. Mein Heimatland und ich haben zwar unser damaliges Leben verloren, aber ist dieses Leben umsonst gewesen? Nein.

Genau wie vorher in Mariupol tue ich heute, was ich für notwendig halte. Wie vorher habe ich auch mein Team um mich - Menschen, die sich im Geiste nahe sind. Fühle ich mich also "heimatlos"? Nein. 2014 habe ich mein Haus in Donezk verloren, jetzt meine Wohnung in Mariupol. Aber die Hoffnung habe ich nicht verloren. […]

Die Nacht wird zur Dunkelheit, die Dunkelheit zum Licht. Wir arbeiten. Wir unterstützen uns gegenseitig. Wir bieten Frauen, Kindern und Kleinkindern Schutz an. Wir werden überleben.“


Marina, AMICA-Partnerin
 
Marinas Geschichte
BOSNIEN

Schulung für Justizbeamten

Neulich haben unsere Partnerinnen in Sarajevo ihr Schulungshandbuch zur kostenlosen Rechtshilfe zum ersten Mal Justizbeamten vorgestellt. In diesem ersten Pilotworkshop ging es darum, gewaltbetroffenen Frauen eine effiziente Rechtsberatung anzubieten – und ihnen den Weg zur Gerechtigkeit zu ermöglichen.
30 Jahre nach Kriegsende ist es für Frauen, die im Krieg sexualisierte Gewalt erfahren haben, kaum möglich, vor Gericht auszusagen oder ihr Recht auf Entschädigung einzuklagen. Das Gesetz bietet zwar genügend Mechanismen, aber die Hürden für die Betroffenen sind zu hoch.

Auf dem Papier ist (fast) alles da“, sagt Sandra Takács, AMICA-Referentin. „In der Praxis fehlt es aber an vielen grundlegenden Sachen. Der Zeug*innen­schutz in Gerichtsverfahren ist unzureichend, die Prozesskostenhilfe fehlt. Die Anlaufstellen, die Rechtsberatungen anbieten, sind ineffizient und nicht flächendeckend vorhanden, so dass kaum Frauen den Weg bis zum Gerichtshof gehen. Hinzu kommt, dass die Beamten in den Justizbehörden, die Mechanismen, die im Gesetz vorgesehen sind, nicht kennen. Es fehlt massiv an Fachwissen.“

Diesen Mangel wollen unsere Partnerinnen mit ihrem Handbuch beheben. Im Rahmen unseres gemeinsamen Projekts werden sie 50 Beamt*innen im Land schulen und ihnen das Fachwissen vermitteln, damit ein adäquater Zeug*innen­schutz und eine professionelle Rechtsberatung überall im Land gewährleistet werden. Am Ende der Pilotphase soll das Qualifizierungs­programm vom Staat weiter finanziert und flächendeckend umgesetzt werden.
 
Mehr zu unserem Projekt in Bosnien
LIBYEN

"Ich habe Menschen gefunden, die mir zuhören"

Bildung ist für unsere libysche Partnerorganisation in Tripolis eine Herzensangelegenheit. Frauen und Mädchen haben seit dem Ausbruch des Bürgerkrieges 2014 kaum Zugang zu Schulen und Universitäten, ihre Chance auf dem Arbeitsmarkt sind sehr gering. Im Land gibt es aber Fachkräftemangel insbesondere im Pflegebereich. Mit der Ausbildung zu Krankenpflege bildet Hope Charity Frauen aus ärmeren Verhältnisse nund gibt Ihnen neue Perspektiven.
Mind. 65 Frauen nehmen jedes Jahr an der Ausbildung teil.
Hila* hat einen immensen Antrieb und Ehrgeiz, sie will im Leben vorankommen und kann alles erreichen, was sie sich vornimmt“, erzählt uns eine Sozialarbeiterin von Hope Charity über die junge Frau.

Schon als Kind hat Hila viele Schicksalsschläge erleiden müssen. Als Kind starb ihr Vater, weshalb ihre Mutter viel arbeiten musste. Trotzdem mangelte es der Familie ständig an Geld und als Älteste von sechs Kindern wuchs sie in sehr unglücklichen Umständen auf.

Nach ihrem erfolgreichen I.T. Abschluss fand sie keinen Job in diesem Bereich und arbeitete schließlich als Reinigungskraft im Krankenhaus. Das Arbeitsumfeld dort faszinierte sie so sehr, dass sie eine Ausbildung zur Krankenpflege bei Hope Charity begann.

Der Anfang war schwer. Allerdings hat Hila nach einigen Sitzungen mit einer Sozialarbeiterin es geschafft, sich wieder auf die Ausbildung und ihre Lebensziele zu fokussieren. Sie befindet sich aktuell wieder in der Ausbildung und träumt davon, sich zukünftig auf Anästhesie zu spezialisieren, ein Auto zu besitzen und in ein neues Haus zu ziehen.

Bei Hope Charity habe ich Menschen gefunden, die mir zuhören, denen ich vertraue und eine neue Freundschaft. Die Unterstützung ist unglaublich und ich genieße den Unterricht und die Workshops.“

*Der Name wurde geändert
 
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LECTURE & DISCUSSION

“Women’s rights activists in Libya ”:
The role of feminist engagement in times of war

What does feminist work in fragile contexts like Libya mean? How can feminist activism contribute to peace building and stability? A lecture and discusion with Asma Khalifa (Libyan activist and researcher).
In times of war and political instability, we observe a reinforcement of traditional gender roles and an increase of gender-based violence. Feminist activism and goals are often downgraded to a topic of no importance while the supposedly „big“ policies in matters of war and peace are led by men in power.

Libyan women have witnessed the drastic backlash against women’s rights in times of war in the past decade. The revolution in 2011 triggered great hopes for women and girls. Many women actively campaigned for human rights and peace. Many contributed to the shaping of public social life for the first time in their lives. The outbreak of the second civil war in 2014, however, led the country to its current political & geographical division. Even though women activists are continuing to raise their voice and to stand up for women's and human rights, the civil war meant a big step backwards for the achievement of their goals.

What does feminist work in fragile contexts like Libya mean? How can feminist activism contribute to peace building and stability? In June 2021, Libya’s Minister of Foreign Affairs (a woman) announced the adoption of a Feminist Foreign Policy. But what does it mean to implement an FFP and how has it played out in Libya? What role have women to play?

After a short introduction about the situation of women activists in Libya, Asma Khalifa (Libyan activist and researcher) and Pia Göser (AMICA project officer for Libya) will open the conversation and invite the audience to engage in an active discussion.

Wo: Online (hier der Link zur Zoom-Veranstaltung)
Wann: 19.05.2022, 18:00 – 19:30 Uhr
Moderation: Pia Göser (Referentin für Libyen, AMICA e.V.)
 
Mehr Infos und Veranstaltungslink

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