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Naturführung im Haiminger Forchetwald / © Megan Alexander

Begeisterung für Naturjuwel Forchet

Großes Interesse an Naturführung durch den Haiminger Forchetwald - Bürgerinitiative informiert über den Wert des Waldes und die Vorteile einer Unterschutzstellung

Haiming, am 10. Oktober 2020. Knapp 40 Teilnehmende folgten der Einladung der Bürgerinitiative Schützt das Forchet, welche am Samstag eine Naturführung durch den Haiminger Forchetwald veranstaltete. Trotz Regen herrschte ungetrübte Stimmung bei der gemeinsamen Wanderung. Jung und Alt erkundeten begeistert die Besonderheiten des letzten Urwaldes des Inntals und informierten sich über Möglichkeiten das Forchet für nachfolgende Generationen zu erhalten.
Fast halb Österreich ist von Wald bedeckt, doch nur einen Bruchteil davon machen Naturwälder wie das Forchet aus. Hier dürfen Bäume noch alt werden und sterben. Genau das bietet gefährdeten und geschützten Tieren und Pflanzen wertvollen Lebensraum. Auf den Trümmern des Bergsturzes entwickelte sich ein artenreicher Schneeheide-Kiefernwald wie er nirgends sonst im Inntal zu finden ist. Durchsetzt von gewaltigen Steinblöcken bietet der Wald mit seinen Hügeln und Tälern vielfältigen Lebensraum, und ein Spielparadies für Kinder. Durch die lichten Baumkronen der namensgebenden Rotföhren fällt viel Sonne auf den Waldboden. Hier färben Teppiche aus Erika den Wald im Frühjahr rosarot. Auch Wacholder, Zwergmispel und Berberitze wurden von den Teilnehmenden entdeckt. Besonderes Highlight waren auch die Tiere des Waldes: Waldkauz, Eichelhäher und Fledermäuse sind hier zuhause, sowie eine bunte Vielfalt an Insekten und Spinnen. Am sonnendurchfluteten Waldboden gedeihen über elf geschützte Orchideenarten, was Jung und Alt begeistert hat. Mit Hingabe lehrten die Kinder gleich die Erwachsenen, wo ihre liebsten Plätze im Wald sind und welche Tiere unter den Steinen leben.

Aktuelle Entwicklungen

Marianne Götsch, Naturführerin und Sprecherin der Bürgerinitiative, informierte auch über die Bedrohung des Forchetwaldes und die Ziele der Initiative. Die Haiminger Siedlungsentwicklung der letzten Jahrzehnte nahm weite Teile des Waldes in Anspruch, allein binnen der letzten fünf Jahre wurden mehr als zwölf Hektar Forchetwald umgewidmet. Nun sollen im Zuge des neuen Örtlichen Raumordnungskonzepts weitere zwölf Hektar Forchet umgewidmet werden. Dieser Flächenverbrauch sei vor allem im Vergleich zu anderen Tiroler Gemeinden unverhältnismäßig hoch, und fördere die Zersiedelung und Verbauung wertvoller Natur- und Agrarflächen. "Die Bürgerinitiative hat sich von Beginn an für ein zukunftsfähiges Raumordnungskonzept und gegen die Umwidmung des Forchetwaldes eingesetzt. Im Rahmen des Verfahrens haben wir mehr als 50 Stellungnahmen bei der Gemeinde eingebracht, all unsere Einwände blieben jedoch unberücksichtigt. Wenig überraschend ist es daher, dass dieses Raumordnungskonzept auf Landesebene aufgrund seiner groben fachlichen Mängel keine Zustimmung findet.", so Marianne Götsch, Sprecherin der Bürgerinitiative Schützt das Forchet. "Was wir brauchen ist ein Raumordnungskonzept, das maßvoll unter Einbindung der Bevölkerung festlegt wo Siedlungsentwicklung stattfinden kann und gleichzeitig den Schutz des Naturjuwels Forchet sicherstellt. Ein respektvoller Dialog auf Augenhöhe und das Ernstnehmen der Anliegen der Bevölkerung ist dafür Grundvoraussetzung. Ein Naturschutzgebiet Haiminger Forchet bewahrt unser Naturerbe, bringt ein vielfältiges Umweltbildungsangebot für die Kinder unserer Gemeinde mit sich und kann überdies ein Treiber für die regionale Entwicklung und den Tourismus sein."

Alleinstellungsmerkmal

Dass das Forchet etwas ganz Besonderes ist, da waren sich die Teilnehmenden der Naturführung einig. "Ich bin hier aufgewachsen im allgemeinen Verständnis das Forchet sei ein nutzloser Krüppelwald. Über die letzten Jahre habe ich jedoch erkannt, wie wertvoll dieser Wald für die Natur und für uns Menschen ist. Ich bin sehr froh so ein Naturjuwel vor der Haustür zu haben und wünsche mir, dass der Forchetwald für nachfolgende Generationen erhalten bleibt", so eine Teilnehmerin.

 

Zur Person:

Dipl.-Ing. Marianne Götsch hat an der BOKU Wien Umwelt- und Bioressourcenmanagement mit dem Schwerpunkt Naturschutz studiert. 2014 gründete sie in ihrer Heimatgemeinde Haiming die Bürgerinitiative "Schützt das Forchet". Seit einem Jahr arbeitet sie hauptberuflich als Gewässerschutzbeauftragte beim Umweltverband WWF Österreich. Nebenbei ist sie als Bergwander- und Naturführerin tätig, und widmet sich als Sprecherin der Bürgerinitiative dem Schutz des Forchetwaldes.
 

Rückfragehinweis:

Marianne Götsch
Sprecherin der Bürgerinitiative Schützt das Forchet
forchet@posteo.de
+43660 31 27 515

Anhänge

Trotz Regen ungetrübte Stimmung und großes Interesse bei der Naturführung durch den Haiminger Forchetwald, © Megan Alexander
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Die Braunrote Stendelwurz ist eine von zwölf gefährdeten Orchideenarten die im Forchet Zuflucht findet, © Marianne Götsch
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Bunte Artenvielfalt im Haiminger Forchet, © Megan Alexander
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Marianne Götsch, Naturführerin und Sprecherin der Bürgerinitiative Schützt das Forchet, spricht über den Wert des Waldes, © Megan Alexander
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