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Neue Grafik zeigt geplante Verbauungen des Forchetwalds / © Bürgerinitiative Schützt das Forchet

Neue Grafik zeigt Verbauung des letzten Naturwalds des Tiroler Inntals - Bürgerinitiative kontert Vorwürfen [+ Downloads]

Eine neue Grafik der Bürgerinitiative Schützt das Forchet macht die Verbauungspläne im ökologisch wertvollen Forchetwald deutlich. Der WWF Österreich kritisiert Zersiedelung in Haiming in seinem neuen Bodenreport.

Haiming, am 10. Februar 2021. Die Bürgerinitiative Schützt das Forchet veröffentlicht eine neue Grafik, welche die geplante Verbauung des letzten Naturwald des Tiroler Inntals veranschaulicht. Anlass dazu ist die Veröffentlichung des neuen WWF-Bodenreports, welcher die Verbauung des Forchetwalds als österreichweites Negativbeispiel für Zersiedelung und Flächenfraß kritisiert. Die Bürgerinitiative kontert damit auch Vorwürfen der Haiminger Gemeindepolitik und legt klare Zahlen vor: 90% der geplanten Umwidmungen im Rahmen des neuen Örtlichen Raumordnungskonzepts betreffen ökologisch wertvollen Forchetwald.

90 % der geplanten Umwidmungen im Forchetwald
Das Örtliche Raumordnungskonzept (ÖRK) ist ein übergeordneter Rahmenplan der festlegt, was auf der Gemeindefläche passiert. Im neuen ÖRK Haimings wurde festgelegt, dass auf zusätzlichen insgesamt 13 ha bauliche Entwicklung stattfinden kann, wie dem offiziellen Umweltbericht zu entnehmen ist. Diese Umwidmungsflächen befinden sich, anders als von Gemeindeseite behauptet zu 90 % (12 ha) im Forchetwald, lediglich 1,4 ha dieser gesamten Umwidmungsfläche befinden sich auf Nicht-Waldboden.
Mittels sogenanntem "Baulandpool" wurde schriftlich festgehalten, dass von diesen insgesamt 13 ha vorerst 9,8 ha tatsächlich im untergeordneten Flächenwidmungsplan umgewidmet und bebaut werden dürfen. Fakt ist jedoch, dass 12 ha im Forchet umgewidmet wurden, und das bedeutet, dass diese auch früher oder später bebaut werden. Der Baulandpool war ein Instrument um die tirolweit enorm hohe Fläche von in Summe 13 ha bei der Genehmigung durchzubringen. Der Baulandpool garantiert keinerlei Schutz für den nun umgewidmeten Forchetwald. Die gesamt umgewidmete Fläche von 12 ha im Forchet wird auf lange Sicht voll ausgeschöpft und gerodet werden.
Das Forchet umfasst den Föhren-Talwald, welcher auf den Trümmern des Bergsturzes vom Tschirgant-Massiv über Jahrtausende entstanden ist. Dieser Bergsturz reichte bis an den Eingang des Ötztals hinein. Die Ötztaler Höhe liegt inmitten des Forchets, was zusätzlich deutlich dadurch wird, dass das bestehende Schutzgebiet an der breiten Westseite der Ötztaler Höhe entlang verläuft.

Dipl.-Ing. Marianne Götsch, Sprecherin der Bürgerinitiative Schützt das Forchet zu den medialen Anschuldigen seitens der Gemeindepolitik: "Eine Demokratie lebt davon, dass verschiedene Meinungen ausgetauscht werden. Ein diskussionsfeindliches Klima in welchem Beleidigungen gegen jene gestreut werden, die anderer Meinung sind ist Gift für die Demokratie und ein Schaden aller. Wir wünschen uns einen respektvollen Umgang miteinander, im Sinne des Wohles für Mensch und Natur."

Naturjuwel in Gefahr

In ganz Österreich sind nur noch 11 Prozent der Waldfläche in einem derart naturnahen Zustand. Das Forchet, ein lichter Kiefernwald, der auf dem Bergsturz des Tschirgant-Massivs entstanden ist, bietet Zuflucht für mehrere geschützte und gefährdete Tier- und Pflanzenarten. Darunter befinden sich zwölf gefährdete Orchideenarten wie etwa die Fliegen-Ragwurz, sowie die europarechtlich geschützte Mopsfledermaus. Seine Lage inmitten des dicht besiedelten Inntals macht den Forchetwald zudem zu einem wertvollen Naherholungsraum. „Das Forchet ist ein Naturjuwel von österreichweiter Bedeutung“, so Marianne Götsch, gebürtige Haimingerin, „wir tragen Verantwortung für dieses Naturerbe, weshalb wir unseren Umgang mit Natur und Boden dringen überdenken und den verbleibenden Forchetwald schützen müssen.“ Auch die Landesumweltanwaltschaft, der zuständige Naturschutz- und Raumplanungssachverständige sowie lokale GemeindebürgerInnen haben sich bereits mehrfach für den Schutz des ökologisch einzigartigen Forchetwalds ausgesprochen.

Die Bürgerinitiative Schützt das Forchet fordert die Unterschutzstellung des Haiminger Forchets als Naturschutzgebiet, um das Naturerbe Forchet für zukünftige Generationen zu bewahren.

Link zur Presseaussendung der Bürgerinitiative zum Örtlichen Raumordnungskonzept vom 18.12.2020

Rückfragehinweis:

DI Marianne Götsch
Sprecherin der Bürgerinitiative Schützt das Forchet
forchet@posteo.de
+43660 31 27 515
www.schuetzt-das-forchet.org
www.facebook.com/forchet

 

Anhänge

Neue Grafik zeigt geplante Verbauungen des Forchetwalds, © Bürgerinitiative Schützt das Forchet
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Zusammenstellung aller Fakten und Daten zu den Umwidmungen im neuen Örtlichen Raumordnungskonzept
Download Excel
Der offizielle Umweltbericht zur Fortschreibung des Örtlichen Raumordnungskonzepts der Gemeinde Haiming enthält alle von der Bürgerinitiative genannten Zahlen:
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Mehr als 50 GemeindebürgerInnen schickten kritische Stellungnahmen gegen die Verbauung des Forchetwalds an die Gemeinde Haiming, all diese blieben unberücksichtigt
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In seinem neuen Bodenreport kritisiert der WWF Österreich die Verbauung des Forchetwalds als Negativbeispiel für Zersiedlung und Flächenfraß (Seite 17)
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Das Forchet ist der letzte Naturwald des Tiroler Inntals, © Marianne Götsch
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Das Forchet ist ein artenreicher Kiefern-Bergsturzwald, © Marianne Götsch
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Marianne Götsch, Sprecherin der Bürgerinitiative Schützt das Forchet, © Nicolas Hafele
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2021 Bürgerinitiative Schützt das Forchet

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