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XAD-Newsletter

Juli 2020 - Für <<Vorname>> <<Name>>


Tipping Point
Die Eidgenössische Finanzkontrolle hat Ende Juni 2020 einen Bericht zur Prüfung der Einführung des elektronischen Patientendossiers veröffentlicht (Bericht herunterladen). Der Bericht bezeichnet klar und verständlich die bereits vor einem Jahr identifizierten Risiken bei der EPD-Einführung. Die Massnahmenvorschläge der EFK wurden nicht griffig umgesetzt, der Handlungsspielraum der Umsetzer ist ausgeschöpft, die Risiken verwirklichen sich. Nun stehen nicht nur einzelne Umsetzungsprojekte auf dem Spiel, sondern das EPD-Schweiz als Ganzes hat den Umkipp-Punkt erreicht. Jetzt sind rasche, aussergewöhnliche Massnahmen unumgänglich.

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Stand der EPD-Einführung

Noch immer ist in der ganzen Schweiz kein Zertifizierungs- und kein Akkreditierungsverfahren abgeschlossen. Kein Umsetzer hat die notwendige Planungssicherheit, um einen verbindlichen Go Live-Termin angeben zu können. Der Umsetzungsaufwand steigt laufend an, während gleichzeitig nur geringe operative Erträge erwartet werden können. Einen vorgezogenen Pilotbetrieb, der für die Stabilität und Sicherheit des vernetzten Gesamtsystems die wertvollsten Erkenntnisse brächte, lässt der Bund nicht zu.

Für die XAD-Stammgemeinschaft gilt unverändert Folgendes:
  • Die Stammgemeinschaften können derzeit den weiteren Verlauf der Zertifizierungsverfahren und der anschliessend noch abzuschliessenden Akkreditierungsverfahren nicht abschätzen. Es ist unmöglich, einen verbindlichen Zeitplan anzugeben.
  • Der zeitliche und finanzielle Aufwand für die Zertifizierungsverfahren sprengt jede Planung und übersteigt die Angaben des Gesetzgebers (vgl. Botschaft zum EPDG) um ein Vielfaches.
  • Die Verantwortung der Stammgemeinschaften im Bereich der Datensicherheit und daraus folgend der interne Regulierungs- und Kontrollaufwand nimmt laufend zu.
  • Ein Go Live erster Pilot-Gesundheitseinrichtungen der XAD-Stammgemeinschaft ist sicher nicht vor Mitte November 2020 möglich.
  • Die Spitäler erfüllen seit Mitte April 2020 die Zulassungsvoraussetzungen des KVG für die Abrechnung ihrer Leistungen zulasten der obligatorischen Krankenpflegeversicherung nicht mehr. Es ist offen, wie die Kostenträger mittelfristig damit umgehen.
Die Situation rund um die Einführung des EPD ist schwierig. Umso mehr bedanken wir uns bei den Mitgliedern der XAD-Stammgemeinschaft, die ihr Commitment fortsetzen und die Finanzierungsverantwortung gemäss EPDG wahrnehmen, und bei den Kantonen und Verbänden, die ihr Engagement aufrecht erhalten und verstärken.
 


Reduktion der EPD-Jahresgebühr 2020

Das übermässig aufwändige Zertifizierungsverfahren, die iterative Regulierung durch den Bund und die fehlende zentrale Führung führen zu einer unbestimmten zeitlichen Verzögerung des EPD und zu unvoraussehbaren Mehrkosten für die umsetzenden (Stamm-)Gemeinschaften.

Der Verwaltungsrat der axsana AG hat am 9. Juli 2020 beschlossen, die anschlussverpflichteten Gesundheitseinrichtungen vor dem Hintergrund der unbefriedigenden Situation der verzögerten EPD-Einführung finanziell zu entlasten. Die Jahresgebühr 2020, die der teilweisen Deckung von Aufbaukosten und des Betriebs der Testumgebungen usw. dient, wird daher nur zur Hälfte in Rechnung gestellt. Die einmaligen Anschlusskosten sowie die Gebühren für das Repository aaS bleiben unverändert.

Die Entlastung der Gesundheitseinrichtungen führt zu einer empfindlichen Ertragsminderung der axsana AG. Die axsana AG versucht eine Lösung zu finden, um trotz Mehrkosten und Mindererträgen die Einführung des EPD sicherstellen zu können. Dies setzt den Beitrag und die Solidarität weiterer Kostenträger voraus, aber auch die Unterstützung durch die XAD-Mitglieder im hiermit reduzierten Umfang. Wir vertrauen auf diese Unterstützung und bedanken uns dafür. 

Über das konkrete Vorgehen wurden die betroffenen Gesundheitseinrichtungen direkt informiert.

 


Wir schaffen Transparenz

Im Juni hat die «Vereinigung Gesundheitsinformatik Schweiz» (www.vgi.ch) zahlreichen Spitälern ein «Axsana Standard-Schreiben Gebühren 2020» zugestellt. Es handelt sich um eine von Jürg Lindenmann, Geschäftsführer der VGI, verfasste Briefvorlage, um eine konzertierte Aktion gegen die Betreiberorganisation der XAD-Stammgemeinschaft zu lancieren. Den Wortlaut der Briefvorlage finden Sie hier

Dass die Mitglieder der XAD-Stammgemeinschaft gegen ihre eigene Betreiberorganisation angehen und ihre eigene Stammgemeinschaft finanziell aushungern sollen, zeugt von einem tiefen Unverständnis des EPD-Kontextes. Das kann es geben.

Dass es aber Kreise gibt, die mit Vehemenz die schwierige und durchaus unsichere Einführungsphase des EPD zu torpedieren versuchen, stimmt nachdenklich. Das dürfte es nicht geben.

Aktuelle Medienrecherchen und unsere Antworten dazu finden Sie wie gewohnt auf www.xsana.ch/news Wir möchten Ihnen damit die Möglichkeit geben, Medienberichte anhand der Originalinformationen zu bewerten.

 


Bericht der Eidgenössischen Finanzkontrolle «Prüfung der Einführung des elektronischen Patientendossiers"

Die Eidgenössische Finanzkontrolle (EFK) hat vor Kurzem einen bemerkenswerten Bericht zur Einführung des EPD veröffentlicht. Sie finden den Bericht hier. Der Bericht wurde bereits 2019 verfasst und offenbarte früh so hohen Handlungsbedarf, dass die EFK bereits im August 2019 eine vorgezogene Ergebnisbesprechung mit dem Generalsekretariat des eidgenössischen Departements des Innern und dem BAG durchführte, um die wesentlichen Erkenntnisse und Empfehlungen zu vermitteln.

Die Schlussbesprechung mit Bund, eHealth Suisse und GDK fand am 13. November 2019 statt. Der Bericht wurde am 24. Februar 2020 finalisiert und schliesslich im Juni 2020 veröffentlicht.

Die axsana AG wurde 2019 von der EFK interviewt und steht vorbehaltlos hinter den Aussagen des Berichts. Wir fassen für Sie die wichtigsten Aussagen zusammen:

Steuerung der EPD-Einführung:
«Es fehlt eine Programmorganisation mit Entscheidungskompetenzen. Dies ist eine der Ursachen für die bereits entstandene Verzögerung bei der Einführung des EPD und trägt auch massgeblich zu den Risiken und Problemen bei.» «Für eine erfolgreiche Weiterführung des Projektes ist ein starker Auftraggeber zentral.» «Die EFK empfiehlt dem EDI, eine formelle Projekt- bzw. Programmorganisation aufzubauen, mit der eine zielgerichtete Steuerung, Koordination und Führung etabliert wird.» (S. 22)

Risikomanagement:
«Aufgrund der realisierten Governance (siehe Kapitel 2.1) fehlt eine übergeordnete Stelle, die Empfehlungen anordnen, die Umsetzung durchsetzen und Risiken formell akzeptieren könnte. Risiken wegen nicht umgesetzter Massnahmen werden nicht weiter nachverfolgt oder eskaliert.» (S. 23)

Zertifizierung und Akkreditierung:
«Die Einführung per 15. April 2020 ist stark gefährdet, da eine rechtzeitige Zertifizierung nicht sichergestellt ist. Weder BAG noch eHS sind in der Lage, darauf aktiv Einfluss zu nehmen. Derzeit gibt es auch kein anderes Gremium, das dies übernehmen könnte.» «Die EFK empfiehlt dem BAG, geeignete Handlungsoptionen vorzubereiten, falls (Stamm-) Gemeinschaften oder E-ID-Anbieterinnen per 15. April 2020 den Betrieb mangels Zertifizierung nicht aufnehmen können.» (S. 26)

Technische Sicherheit:
«Ein wesentlicher Teil der EPD-Zertifizierung ist der finale Test des betreffenden Systems gegen das sogenannte Zertifizierungssystem. Damit wird die Abdeckung und Einhaltung der Vorgaben für alle EPD-Transaktionen verifiziert.» «Im Idealfall würde ein Pilotbetrieb mit ausgewählten Teilnehmern am EPD das korrekte Zusammenspiel in der Produktion nachweisen.» (S. 28)

Langfristige Finanzierung:
«Ein finanzielles Engagement der Kantone beim Aufbau der (Stamm-)Gemeinschaften ist freiwillig. In einigen Kantonen werden zusätzlich die Betriebsaufwände für die ersten Betriebsjahre übernommen, in anderen wiederum müssen die (Stamm-)Gemeinschaften ihre Betriebskosten vollständig selber erwirtschaften, primär durch Beiträge der angeschlossenen Spitäler und Gesundheitseinrichtungen.» «Bei den Vorarbeiten zur Einführung des EPD wurde die Grundannahme getroffen, (Stamm-) Gemeinschaften könnten ihre Betriebskosten für das EPD durch das Angebot von Zusatzdiensten mitfinanzieren. Aufgrund verschiedener Umsetzungsschwierigkeiten werden die Zusatzdienste als mittelfristig nicht realisierbar beurteilt. Dabei ist unklar, wie sich diese Veränderung auf die wirtschaftliche Überlebensfähigkeit von (Stamm-)Gemeinschaften bzw. auf die Belastung angeschlossener Gesundheitseinrichtungen (stationäre und ambulante) in Form von Anschlussgebühren auswirkt.» (S. 33/34)
 
Als Massnahme hat der Bund am 25. September 2019 einen Programmausschuss ohne Weisungsbefugnis eingesetzt, der sich alle sechs Wochen über alle für die Einführung des EPD relevanten Themen informieren lässt. Zwar anerkennt er, dass die Einführung des EPD ein komplexes Zusammenspiel von rechtlichen, organisatorischen und technischen Voraussetzungen und zahlreichen Akteuren sei, die derzeit mit Hochdruck arbeiteten. Aufgrund der gesetzlich verankerten dezentralen Umsetzung komme ihm aber kein gesetzliches Durchsetzungsrecht zu.

Fazit:
  • Die Einführung des EPD ist auf Bundesebene führungslos.
  • Die Kantone sind unterschiedlich stark engagiert.
  • Die Gesundheitseinrichtungen haben keinen Anreiz, das EPD proaktiv voranzutreiben.
  • Die Stammgemeinschaften sind unterfinanziert, haben keine belastbaren Planungsgrundlagen, und ihre Finanzpläne werden durch Mehraufwände und Verzögerungen zerrissen.
In aussergewöhnlichen Situationen braucht es aussergewöhnliche Massnahmen. Wir bleiben dran.


DSDS-Webinar

Für unsere Mitglieder bieten wir zwei Datenschutz- und Datensicherheits.Webinare (DSDS) an. Die Veranstaltungen richten sich primär an die Rolle DSDS-Verantwortliche (DSDS-V) und EPD-Verantwortliche in Gesundheitseinrichtungen.

Folgende Themen werden besprochen:
  • Aufgaben und Pflichten des DSDS-V
  • Zusammenarbeit und Bezug zwischen DSDS-V und DSDS-V XAD
  • Aufbau des DSDS-Managementsystems XAD-Stammgemeinschaft
  • Vorstellung der Vorgabelandschaft (Policy und Richtlinie) und DSDS-Self-Assessment (Onboarding-Prozess & DSDS-Kontrollen)
Wir bieten den XAD-Mitgliedern diese Veranstaltungen am 19. August 2020 und am 02. September 2020 jeweils von 14:00 bis 16:00 Uhr als Webinar an. Es besteht ausreichend Zeit für die Beantwortung individueller Fragen und spezifische Bedürfnisse der Teilnehmenden.

Zur Teilnahme am Webinar bieten wir einen Zugang via Browser-Einwahl oder per Telefoneinwahl an.

Bitte melden Sie sich per E-Mail hier an. Die Teilnehmeranzahl ist pro Webinar auf 50 begrenzt. Bei Bedarf bieten wir weitere Termine an.
 
Wir freuen uns auf Ihre Teilnahme.

Absender

axsana AG - HealthLink
Technoparkstrasse 1
8005 Zürich

+41 44 272 08 08
info@axsana.ch
www.xsana.ch
 



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Thomas Zurkinden
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