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INSIDE 01/2021
Newsletter der FDP-Grossratsfraktion vom 4. Januar 2021
 

Inhaltsverzeichnis

Verabschiedung der austretenden Fraktionsmitglieder
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Verabschiedung austretende Fraktionsmitglieder
Vorwort der Fraktionspräsidentin


Sabina Freiermuth, Grossrätin, Fraktionspräsidentin, Zofingen
sabina.freiermuth@hispeed.ch



An der letzten Grossratssitzung der Legislatur 17/20 hat die Ratspräsidentin 32 Grossrätinnen und Grossräte verabschiedet – die freisinnige Fraktion muss sieben Mal "Adieu" sagen. Damit verlassen uns insgesamt 90 Jahre Ratserfahrung! Zugestanden – ein Kollege hebt den Durchschnitt ganz erheblich ;-)

Um es genau zu nehmen: Die austretenden Grossratsmitglieder sind erst dann aus der Pflicht entlassen, wenn das neue Parlament in Pflicht genommen ist. Das versöhnt mich ein klein wenig, denn morgen, am 5. Januar 2021 dürfen wir wieder sechs neue Fraktionsmitglieder begrüssen.

Liebe Lucia, Ueli, Franco, Martina, Antoinette, Renate und Herbert, ich danke Euch von Herzen für Euren grossen Einsatz, Euer Mitdenken, Mitwirken und Mitlenken, Euren guten Willen, Eure Hingabe für die freisinnige Idee und – nicht zuletzt für Eure Freundschaft!

Lucia Ambühl-Riedo, Sarmenstorf


Lucia gesellte sich im letzten Januar zu uns. Ihre Amtszeit war leider kurz und aufgrund von Corona aussergewöhnlich. Dennoch hat sich Lucia schnell eingearbeitet und sich in der Kommission Bildung, Kultur und Sport mit fundierten Beiträgen eingebracht. Man merkte schnell, da spricht jemand mit viel Erfahrung im Schul- und Sonderschulwesen. Lucia ist keine Vielrednerin, aber wenn sie sich meldete, dann hatte ihr Votum Hand und Fuss. Ich hätte ihr sehr gegönnt, wenn sie das "Fraktionsleben" auch in normalen Zeiten hätte erfahren dürfen. Ich bin mir sicher, nicht nur ihr Humor wäre für uns weiterhin eine Bereicherung gewesen!

Dr. Ulrich Bürgi, Aarau


Während sechs Jahren schärfte Ueli unseren Bildungsstand im Gesundheitswesen, die letzten vier Jahre amtete er als Präsident der Kommission Gesundheit und Soziales. Als Arzt und Leiter Notfall des Kantonsspitals Aarau weiss er freilich, wovon er spricht und ist nah am Geschehen. Während der letzten Monate erfuhren wir durch seine Berichte eindrücklich, wie die Belastung im Spitalwesen zunahm. Nicht immer verstand er das Tun (und vor allem Lassen!) der zuständigen Verantwortungsträger. In der Fraktion lernten wir Ueli als einen Menschen mit einem geradlinigen, liberalen Kompass kennen und schätzen. Er hat die Gabe, einen komplizierten Zusammenhang auf einfache Weise zu erklären, und so schenkten seine Wortmeldungen unseren Diskussionen oft eine gesunde Prise Klarheit und Bodenständigkeit.

Franco Mazzi, Rheinfelden


Wie ist die Welt doch klein, dachte ich mir, als ich Franco vor acht Jahren in der Fraktion begrüsste. Seine Schwester war eine meiner Jugendfreundinnen, er selber ging mit meinem Bruder zur Schule. Mit ihm hatte ich immer "mein kleines Stück Heimat" in Aarau. Der Rheinfelder Stadtammann ist ein ausgesprochener Pragmatiker und kluger Schaffer. Hatte Franco ein Geschäft zu vertreten, ging es um Gemeindebelange oder das Fricktal, so vertrat er seine Meinung zielgerichtet, perfekt vorbereitet und hartnäckig. Seine langjährige Erfahrung als Gemeindepolitiker war für uns immer wieder von grossem Nutzen. Und durch seine starke Vernetzung wusste er jeweils auch, wie andere Gemeindevertreter eine Sachlage beurteilen und ins Boot zu holen sind. Franco ist nicht schnell aus der Ruhe zu bringen. Manchmal lenkte er die Diskussion mit wenigen Worten wieder aufs Ziel: Was wollen wir erreichen? Wie schaffen wir das möglichst geeint? Das kam uns dann und wann zugute, wenn die Meinungen auseinandergingen.
 

Dr. Martina Sigg, Schinznach


Wer Gerechtigkeit will, der sollte sie nicht von einer Wahl erwarten. Martina hat das am eigenen Leib erlebt. Ein sehr gutes Wahlresultat, dennoch, und völlig unerwartet, nicht wiedergewählt – Pukelsheim sei Dank! Der politische Aargau war sprachlos und erschüttert. Für die Fraktion bedeutet Martinas Weggang ein herber Verlust. Sie war unser "Guru" fürs Gesundheits- und Sozialwesen, ein guter Geist, eine hervorragende Sachpolitikerin, die es verstand, überparteiliche Kompromisse zu schmieden. Einsatzwille, Geduld, ein feines Gespür für den Mitmenschen und die Fähigkeit zuzuhören sind ihr zu eigen. Diese Wesensmerkmale boten uns zehn Jahre lang nicht nur eine politische Stütze. Man konnte ihr spätabends vor dem Grossratstag in einem Mail ein Leiden schildern – am andern Morgen um halb acht betrat sie das Sitzungszimmer mit einer Tüte Medizin. Oder sie holte über den Mittag das passende Mittel in einer Aarauer Apotheke. Ein Glücksfall, dass uns Martina nicht ganz "verlustig" geht: Sie wird ihr Wissen und ihre Erfahrung an die neuen Mitglieder des Ressorts Gesundheit weitergeben – und uns damit weiterhin eine wertvolle, nicht nur gesundheitspolitische Gesprächspartnerin und Wegbegleiterin bleiben.

Antoinette Eckert, Wettingen


Nach langen Auslandaufenthalten brachte Antoinette in der Fraktion hier und da die Meinung der Auslandschweizerinnen und -schweizer ein. Damit brachte sie eine frische Brise und eine internationale Sicht in die Diskussionen, die uns guttaten. Auch ihre Erfahrung als Gemeinderätin von Wettingen waren für uns vorteilhaft, etwa im Bereich Einbürgerungen. Ihre elf Grossratsjahre verbrachte sie neben der Einbürgerungskommission in der Kommission Justiz. Als Mitglied der Subkommission Richterwahlen wies sie uns jeweils in die anstehenden Kandidaturen ein. Antoinette hatte auch ein offenes Ohr für das Kulturschaffen im Kanton. Standen Kuratoriumswahlen an, so streckte sie ihre Fühler aus und konnte entweder bald eine interessierte Person vorschlagen oder die anderen Kandidaturen beurteilen. Überaus wertvolle Dienste leistete Antoinette während zehn Jahren als Vizepräsidentin der Partei, ganz speziell in jenen Monaten, als unsere Geschäftsstelle einen Personal-Engpass durchlitt. Ihre tatkräftige Unterstützung hat uns in vielerlei Hinsicht über die Runden geholfen und das Schlimmste verhindert. Und röteten sich die Köpfe, so sorgten ihre ausgleichenden Worte im gemächlichen Berndeutsch wieder für ruhigere Gemüter.

Renate Gautschy, Gontenschwil


Die Frau Gemeindeamman aus Gontenschwil und Präsidentin der Gemeindeammännervereinigung Aargau brachte mit ihren lebhaften Voten neben der Gemeindesicht immer wieder den nötigen Humor in unsere Diskussionen. In den fünfzehn Jahren ihrer Ratstätigkeit half ihr das Wissen aus der Gemeindebehörde, einen Sachverhalt aus den verschiedensten Blickwinkeln zu beurteilen. Als Präsidentin der Kommission Umwelt, Bau, Verkehr und Umwelt bediente sie sich ihrer grossen Erfahrung aus der Sitzungsführung als Frau Gemeindammann. Wenn Renate eine Sache vertrat, so war sie gut dokumentiert und mit Zahlen "bewaffnet". Es bedarf dann guter Argumente, sie von einer anderen Meinung zu überzeugen. Guten Argumenten verschloss sie sich aber nicht. Sie war bereit, eine Sache zu überdenken und neu zu beurteilen. Wertvolle Beiträge konnte Renate aus ihrer Tätigkeit im Schweizerischen Städteverband beisteuern. Als Präsidentin der Gemeindeammänner konnte es auch vorkommen, dass sie ganz alleine gegen die Fraktion stimmte. Zuvor wurde das zuweilen intensiv diskutiert, und ihr Wesen kam ihr und uns zugute: Renate war nie nachtragend und immer mit gutem Willen am Werk. Neben dem politischen ist Renate stets auch fürs gemütliche Beisammensein mit Diskussion über Gott und die Welt zu haben – ein nicht zu unterschätzender Wert!

Herbert H. Scholl, Zofingen


Vierzig Jahre Ratstätigkeit, vierzig Jahre im Dienst der Aargauer Politik und der Aargauer Bevölkerung – das ist Herbert H. Scholl. Der Rechtsanwalt war Mitglied zahlreicher Kommissionen und präsidierte im Laufe der Jahrzehnte deren sechs. Er wirkte mit bei zahlreichen nichtständigen Kommissionen für Reformen wie etwa die Erneuerung der Justiz, das Gesetz über die politischen Rechte, die Demokratiereform, die wirkungsorientierte Verwaltungsführung, die Weiterentwicklung der Führungsinstrumente, die GVG-Revision. Herbert lehrte gefühlten Generationen von Freisinnigen das politische Handwerk.

In meiner ersten Zeit als Grossrätin fragte ich ihn das sprichwörtliche Loch in den Bauch – ich wollte nutzen, dass ich neben einem derart erfahrenen Grossrat sass. Herbert gab mir nicht ein einziges Mal das Gefühl, ich würde eine "dumme" Frage stellen. Geduldig und ausführlich erklärte er mir die Sachverhalte und führte mich in die Taktiken des politischen Handelns ein – ein Geschenk, für welches ich ihm immer dankbar bleiben werde. Legendär sind seine drei Punkte, die Rhetorik, welche er wie kein anderer im Rat beherrscht. Es wurde stets ruhig im Plenum, wenn er frei von Notizen, prägnant in der Sache und kurz in den Worten seine Argumente darlegte. Mochte Herbert in früheren Jahren aufgrund seiner Schärfe auch ab und an ein gefürchteter Verhandlungspartner sein; in den letzten zehn Jahren wurde er immer mehr zum ausgleichenden Mitstreiter. Wie oft haben doch seine Einschätzung unsere Lösung erweitert und gestärkt, sein humorvoller Nebensatz eine Woge geglättet – und seine Erfahrung uns geholfen, ein verzwicktes Geschäft mit einem kreativen Antrag zu retten! Stets machte er sich ein Bild bei den Zuständigen vor Ort, es reichte ihm nicht, eine Sache von Ferne zu beurteilen.

Für die FDP Aargau hat Herbert H. Scholl unglaublich viel geleistet – als Grossrat, als Fraktionspräsident, als Parteipräsident. "Servir et disparaître" ist seine Devise, das hat Herbert mir schon vor einiger Zeit erklärt. Trotzdem hoffe ich und bin ich zuversichtlich, dass er mir auch in Zukunft seinen wertvollen Rat schenkt, wenn ich ihn darum bitte. Denn "Es ist das Los des Menschen, dass die Wahrheit keiner hat. Sie haben sie alle, aber verteilt, und wer nur bei einem lernt, der vernimmt nie, was die andern wissen", wie Pestalozzi es treffend sagt.

Lieber Herbert, Du hast Deine ganze Schaffenskraft der freisinnigen Idee gewidmet. Du warst und bist ein Vorbild. Danke für alles.
Kommende Veranstaltungen FDP Aargau
 



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Redaktion: Stefan Huwyler, Grossrat, Geschäftsführer/Fraktionssekretär FDP.Die Liberalen Aargau

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